Für ein realistischeres Internet

EU-finanzierte Forscher entwickelten eine neue Form netzwerkbasierter Rechner-Kommunikation: „Triple Space” unterstützt Webdienste sowie Technologien für das semantische Netz und Tupel-Räume. Das Projekt TRIPCOM (Triple space communication) wurde unter der Thematik „Technologien für die Informationsgesellschaft” des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) mit 3,65 Mio. EUR gefördert.

Jetzige Webdienste basieren auf dem Prinzip des Nachrichtenaustauschs, das auch bei der E-Mail-Kommunikation eingesetzt wird, aber nicht wirklich in Verbindung mit dem Internet steht. An dieser Stelle greift TRIPCOM an: die von den TRIPCOM-Partnern entwickelten internetfähigen Web-Dienste ermöglichen Kommunikation durch kontinuierliche Bereitstellung von Informationen. Das heißt, ähnlich wie Nutzer, die Webseiten erstellen oder aufrufen, können Computer Informationen veröffentlichen und lesen.

Die Innovation soll Webdienste schneller, effizienter und sicherer machen. Sie ermöglicht die Verteilung von Anwendungen in verschiedenen Branchen wie dem elektronischen Geschäfts- oder Gesundheitssektor.

„Trotz des viel versprechenden Namens haben Webdienste nicht viel mit dem Internet zu tun”, erklärte Dr. Elena Simperl vom Institut für semantische Technologie (STI) der Universität Innsbruck, Österreich, die die Studie leitete. „Diese Dienste kommunizieren eher nach dem E-Mail-Prinzip, d.h. dem Nachrichtenaustausch zwischen Rechnern, und nicht durch echte asynchrone Übertragung von Datenpaketen, bei der Informationen ins Netz gestellt und jederzeit abgerufen werden können.”

Mit der TRIPCOM-Technologie wird das Internet für Computer im wahrsten Sinne zur Realität, so die Projektpartner.

„Zu Beginn unserer Forschungen in den Jahren 2004 und 2005 war die Idee noch nicht sehr populär. Aber offensichtlich ist die Welt mit uns mitgegangen und es wurden mehr und mehr Software-Dienste ins Netz gestellt, momentan ist Cloud Computing der große Spitzenreiter bei Google und Amazon, die bereits Produkte und Dienste für Cloud Computing herausgeben”, wie Dr. Simperl betonte.

Triple Space beruht auf einem ähnlichen Konzept wie Cloud Computing, bei dem Rechnerressourcen verteilt und als Dienst im Netz angeboten werden. Die Daten können jedoch auch von Rechnern genutzt werden.

Die Projektpartner verwendeten das RDF-Format (Resource Description Framework) zur Wissensrepräsentation. RDF ist ein Regelsatz (eine Art Sprache) zur Beschreibung von Informationen.

Wie die Forscher erläuterten, werden die Informationen in Tupel-Räumen bereitgestellt, d.h. virtuellen öffentlichen Datenräumen, die von mehreren Prozessen und Anwendungen gleichzeitig abgefragt werden können. Die Dateneinheiten werden als Tupel bezeichnet, also rechnerische oder mathematische Einheiten bzw. geordnete Zusammenstellungen von Objekten.

„Triple Space beruht auf demselben Paradigma wie das Internet, das Informationen veröffentlicht, speichert und kontinuierlich zur Verfügung stellt, mit dem Unterschied, dass es nicht von Menschen, sondern von Rechnern genutzt wird”, erklärte Dr. Simperl. „Es ähnelt ein wenig der Verzeichnisstruktur eines PCs, allerdings mit überlappenden Dateien und Ordnern. In diesem Verzeichnis kann jedem virtuellen Datenpaket eine unterschiedliche nutzerdefinierte Sicherheit zugeordnet werden.”

Den Partnern zufolge wurde eine Version des TRIPCOM-Betriebssystemkerns entwickelt, die von Amazon-Webdiensten durchsucht werden kann. Das Team beteiligt sich auch am Projekt SOA4ALL (Service oriented architectures for all), das unter dem Forschungsbereich „Service- und Softwarearchitekturen, Infrastrukturen und Technologien” des Siebten Rahmenprogramms (RP7) finanziert wurde. Das Projekt befasst sich mit der Entwicklung einer umfassenden Rahmenregelung für die Integration komplementärer und bahnbrechender technologischer Fortschritte für den Aufbau einer kohärenten, domänenunabhängigen Serviceplattform und wurde mit 9,47 Mio. EUR gefördert.

Weitere Informationen finden Sie unter folgender Webseite:

TRIPCOM:
http://www.tripcom.org/

SOA4ALL:
http://www.soa4all.eu/

ICT Results:
http://cordis.europa.eu/ictresults/

Kategorie: Projektergebnisse
Informationsquelle: ICT Results
Referenz: Gestützt auf Informationen von ICT Results
Thematischer Indexkode: Koordinierung, Zusammenarbeit; Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnologie ; Informationsverarbeitung, Informationssysteme; Innovation, Technologietransfer; Netzwerktechnologien ; Wissenschaftliche Forschung; Telekommunikation

http://cordis.europa.eu/fetch?CALLER=DE_NEWS_FP7&ACTION=D&DOC=5&CAT=NEWS&QUERY=01245927c2c7:a813:00b5a324&RCN=31350

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